Unser Hopfen 

Hopfen und Bier sind heute unzertrennlich. Das war jedoch nicht immer so: Bevor sich Hopfen beim Brauen durchsetzte, wurden Biere mit unterschiedlichen Kräutermischungen gewürzt. Diese sogenannte Grut enthielt je nach Region und Rezept beispielsweise Gagel, Schafgarbe, Wacholder, Rosmarin oder Kümmel. Entsprechend unterschiedlich schmeckten die damaligen Biere. Im Mittelalter erkannten vor allem die brauenden Klöster die besonderen Eigenschaften des Hopfens. Er verlieh dem Bier eine angenehme Bitterkeit und trug dazu bei, es länger haltbar zu machen. Bereits Hildegard von Bingen beschrieb im 12. Jahrhundert die konservierende Wirkung der Pflanze.

Wie der Hopfen ins Bier kam


Hopfen ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Bieres. Humulus Lupulus ist ein wahrer Alleskönner. Er konserviert das Bier, wirkt antiseptisch und sorgt für den beliebten prächtigen Schaum. Auch geschmacklich ist der Hopfen an Vielfalt kaum zu überbieten. Die vielen Hopfensorten bieten Aromen von Zitrus, würzig, beerig bis blumig eine unglaubliche Varietät. Mit über 2000 Aromen ist Bier weit vor anderen Genussgetränken wie Wein oder Kaffee. Doch war der Hopfen nicht immer die Bierzutat schlechthin. Langezeit galt der Hopfen als Heilpflanze. Ins Bier kamen andere Sachen. Neben dem Gagel, welcher vor allem in Nordeuropa eine beliebte Zutat war, wurden auch viele andere Zutaten ausprobiert. Die Ergebnisse konnten daher stark schwanken und ein all zu experimentierfreudiger Brauer konnte seine Kunden in ernsthafte Gefahr bringen. Mitunter war es auch gewollt, das Bier mit Rauschmitteln zu mischen. Was den Genuss dieser Biere jedoch nicht weniger gefährlich machte. Solche Rauschmittel waren zum Beispiel der Fliegenpilz, der den Trinker in ein Delirium versetzte oder auch der Stechapfel, der zu lang anhaltenden Halluzinationen führte. Auch Tollkirschen, die bei zu hoher Dosis zu Atem- und Herzstillstand führen können und Bilsenkraut, welches Atemlähmungen auslösen kann, kamen in den Sud.

Gerade letztere zwei waren bei der Kirche ungern gesehen. Das Bilsenkraut war als Hexenkraut bekannt und Hildegard von Bingen sprach von der Tollkirsche als Pflanze des Teufels. Kein Wunder also, dass die Mönche sich nach einer anständigen Zutat umschauten. Aufgrund ihrer fantastischen Kenntnisse über Heilpflanzen, kamen sie auf den Hopfen. Gegen die Vorteile des Hopfens konnten andere Zutaten wenig ausrichten. Dazu kam, dass sich Herrscher zunehmend an den gefährlichen und heidnischen Suden störten. Menschen damals tranken bis zu 400 Liter Bier im Jahr, da war es von großer Bedeutung, dass das Bier gut war. So entstand zum Beispiel das legendäre Reinheitsgebot von 1516. Dieses besiegelte dann auch den Siegeszug des Hopfens. Der Hopfen wurde mit der Zeit auch nicht langweilig. Ganz im Gegenteil, bieten verschiedene Sorten durch Kombination und Kreuzung scheinbar unendliche Möglichkeiten. Und daher kommt bei uns auch heute noch feinster Naturhopfen in den Sud, so wie es die Mönche begonnen haben.